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Eine Lachssaison und ein kleiner Rückblick…


Jeder, der in der Angelpresse unterwegs ist, regelmäßig im Internet aktiv ist oder Zeitschriften liest, hat von den sagenhaften Lachsfängen vor Rügen gehört.  Man muß nicht mehr nach Kanada zu fliegen, um seinen Traum vom Lachs zu verwirklichen.
Wer Besucher unserer Internetseite ist, weiß, dass wir 2011 unser Debüt hatten und gleich bei unserer ersten Lachstour vor Rügen 4 große Lachse zwischen 18 und 25 Pfund fingen.
Nun diente die erste Tour vornehmlich als Test, denn ein Laie vermag sich nur schwer vorstellen zu können, welcher Aufwand das Trolling auf Lachs, weit entfernt von Häfen und Küste, darstellt.
Da wir nun schon einige Jahre in den Bodden auf Hecht fischen ist glücklicherweise das Gerät vorhanden, das überhaupt ein Fischen in diesen Gefilden ermöglicht. Mit Arnolds und Arends Aluboot von Kaasbol sind wir bestens gerüstet, dazu natürlich Floater, Schwimmwesten, Funk usw..
Was es allerdings zu beachten gibt, um vernünftig fischen zu können, hätte sich zu Beginn sicherlich keiner erträumt. Starteten wir 2011 neben Downriggern und Sideplanern, lernten wir doch schnell, dass uns der Einsatz von Planerboards einige Vorteile brachten. Mit neuen Planerboards am Start, lernten wir nach der ersten Tour 2012, dass der Planerboardmast noch Entwicklungspotential bot; und somit waren Arno und ich nicht erstaunt, als bei beim darauf folgenden Treffen zu unserer 2. Tour dann ein neuer, von Arnold und Arend optimierter Planerboardmast montiert war.
Auch gingen wir nach einigen weiteren Tagen auf See viel sparsamer mit unserem Platz an Bord um. Wer bei Windstärke 7 und 2 m hohen  Wellen nicht nur mit Wind und Wetter sondern auch mit herumfliegenden Taschen und Verpflegungskisten kämpft, lernt schnell. Zukünftig hatten wir uns auf ein „persönliches Gepäck-Limit“ geeinigt, so dass wir gemeinsam nicht mehr als eine Alukiste füllten.
Noch besser vorbereitet, ging es dann im April erneut Richtung Rügen. Equipment und Vorbereitung waren top, ein neues Ziel sollte ausprobiert werden, um zukünftig flexibler zu sein. Wir fuhren nach  Glowe. Wer die Seekarte studiert, stellt eine kürzere Entfernung zum tiefen Wasser fest, als von Schaprode aus.
Je besser man vorbereitet ist, desto härter trifft einen der Schlag! Angekommen spät abends, alles in die Ferienwohnung gepackt, frohen Mutes am nächsten Morgen zum Hafen…Nebel, starker See-Nebel!! Das war ja klar! Wochenlang super Bedingungen und nun das! Wir blieben entspannt, zumindest am ersten Tag und versuchten unser Glück bei nicht ganz beruhigenden Bedingungen. Die Sicht war schlecht, aber mit einer Person als Ausguck-Posten konnte man zumindest fischen. Die Hoffnung stützte sich auf den nächsten Tag.
Ähnliches Spiel, wir versuchten eine Ausfahrt, brachen aber am späten Vormittag entnervt ab. Waren wir uns zu diesem Zeitpunkt nicht ganz sicher, ob es nun galt die Rückreise anzutreten oder sich in der Ferienwohnung zwei Stunden auszuruhen und das Wetter im Blick zu behalten. Wir entscheiden uns richtig! Nach zwei Stunden zeigte sich die Sonne am Himmel. Im Affenzahn ging es zur Tankstelle, Bootsbenzin kaufen, ab ins Boot, Hebel auf den Tisch und 20 km per Boot Richtung Norden, vor Kap Arkona.  Was für ein Tag! Die Strapazen fielen herab, bei traumhaftem Kaiserwetter fingen wir 4 stramme Lachse.

   


Motiviert von diesem positiven Ausgang konnten wir nun auf das Lachstrolling-Treffen in Schaprode blicken. Wir hatten das Gerät immer besser unter Kontrolle und wurden mittlerweile auch mit Doppeldrills fertig. Die Angst, im Nebel von Schiffen, wie z.B. der MV Dortmund in die Tiefen der Ostsee befördert zu werden, ließen Arnold und Arend erneut aufrüsten. Bei unserer insgesamt 4. Tour waren nun neben der „Standardausrüstung“ GPS, Echolot und Funk, auch eine Radarreflektor sowie AIS am Start.
Ich mache es kurz…wir hatten ein tolles Wochenende und wir haben erneut viel gelernt. Unsere Abreise verschoben wir um einen Tag, da die Wetterprognosen unseres Erachtens schlecht waren. Wir kamen also erst am ersten Wertungstag abends in Schaprode an und stellten fest, dass man hätte fischen können. Wie sagte noch ein bekannter Journalist: „Die eigene Anschauung vor Ort ist durch nichts zu ersetzen!“. Man muß als Trolling-Angler entspannt sein, sehr flexible bleiben und Rückschläge in Kauf nehmen!
Die letzte Tour brachte an zwei Angeltagen 7 Lachse, der „kleinste“ 15, der größte 27 Pfund!

 
Was für eine Fischerei!!!  Sie kann dir alle Nerven rauben, ist sehr kostenintensiv, kann aber auch unglaublich toll und einmalig sein!!
In Summe konnten wir nun bei 4 (7 Ausfahrten) Touren nach Rügen insgesamt 16 Lachse fangen. Fest steht, wir sind immer noch Anfänger, aber gar nicht so „schlechte“….
In diesem Jahr mußten wir nun bereits das zweite Wochenende windbedingt absagen. Was haben wir stattdessen gemacht? Wir waren flexibel, sind zwei Tage nach Holland zum Hechtfischen gefahren und erlebten ein unglaubliches Event  = u.a. zwei Hechte über 120 cm, viele weitere darunter. Dazu in einem anderen Bericht mehr, ihr könnt sehr gespannt sein!!
Wir haben jedenfalls noch zwei weitere Termine im Kalender, einen im März, einen im April. Wir drücken alle zusammen fest die Daumen, dass der Wind uns gnädig ist!!
Bis dahin, Ralf

   


 

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