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Boddentour Mai 2011

Endlich Mai! Für alle Raubfischangler ist der Monat Mai wohl einer der Monate, auf den am meisten hingefiebert wird. Auch uns geht es jedes Jahr so und wie eigentlich in fast jedem Jahr, war auch für den Mai 2011 eine Boddentour auf Hecht geplant. Aufgrund einiger Neuerungen in unserer Bootsflotte (siehe: „Unsere Boote“), war ein Teil unserer Gruppe dieses Jahr in der Lage ein paar Tage vorher die Boddengewässer rund um Rügen zu besuchen und dem Lachsangeln zu frönen. An dieser Stelle noch mal ein dickes Petri Heil an die Jungs die mit einer ordentlichen Portion „Einsatzbereitschaft“ eine stattliche Zahl wunderbare Fische erbeuten konnten.

   

Aufgrund dieser Tatsache fiel die Anzahl der Teilnehmer dieses Jahr eher Bescheiden aus, so dass mit Frank, Arno, Erhard und mir nur ein kleiner Teil unseres Teams am 05. Mai um 1:00 Uhr startete. Zur Verstärkung gesellten sich dann noch Stefan und Manni dazu.

Mit leicht glasigen Augen erreichten wir dann gegen ca. 7:00 Uhr den Hafen von Schaprode, aber wer uns kennt weiß, dass glasige Augen uns nicht davon abhalten die Boote umgehend zu Wasser zu lassen und mit der „Hechtjagd“ zu beginnen.

 

Nach kurzer Beratung welche Gewässerabschnitte zuerst beangelt werden sollten, wurden die Motoren auf Drehzahl gebracht und los ging es. Was solch eine Beratung für Auswirkung haben kann sollte sich noch im Laufe des Tages zeigen, denn ein Team ist immer erfolgreicher als der Einzelne.

Als wir die Erfolg versprechenden Stellen erreicht hatten, flogen wie in all den Jahren zuvor die Gufis durch die Luft und suchten den Gewässerboden nach Meister Esoxs ab. Die beangelten Wassertiefen lagen im Schnitt um ca. vier Meter, jedoch ließen die Hechte auf sich warten. Nach etwa drei Stunden erfolglosem fischen, legte sich ein Boot hart an die auf unseren Plottern eingezeichneten Grenzen zu den Schutzgebieten um flachere Gewässerzonen beangeln zu können. Hier zeigte sich jedoch wieder das flache Zonen sehr schwierig zu beangeln sind, da hier das Kraut oft bis dich an die Wasseroberfläche wächst. Hochkonzentriertes fischen war angesagt denn schon zehn bis zwanzig cm zu tiefe Absinkphasen ließen die Gufis im Kraut verschwinden und was das bedeutet weiß wohl jeder.

Nun denn, es ging nicht wirklich was. Wenn dann nach ca. fünf Stunden etwa zwanzig bis dreißig verschiedene Gufis mit unterschiedlicher Grammzahl der Jigköpfe im Boot liegen ist das immer ein schlechtes Zeichen und es wird nach anderen Möglichkeiten gesucht den Fisch zum Biss zu überreden. In diesem Fall erwies sich der Griff nach einem blauen Zalt zu einem wahren Volltreffer. Mann mag es kaum glauben, aber der Zalt schaffte es binnen kurzer Zeit uns sechs Fische und tolle Drills zu bringen. Unglaublich war eine Phase in der vier Würfe drei Fische brachten.

 

Wir hatten sie gefunden und sie wollten fressen. Nun galt es dem anderen Boot diese Informationen zukommen zu lassen. Und siehe da, kurz nach erreichen der viel versprechenden Stelle konnte auch der „Flügelmann“ (kleinen Gruß an Maverick) den ersten Esoxs verhaften.

Insgesamt gelang es uns in kurzer Zeit fünfzehn Fische zu fangen.

Die Top drei waren mit 105, 112 und sagenhaften 120 cm einfach tolle Fische die uns einen super Drill verschafften und natürlich schonend wieder in die Freiheit entlassen wurden. Doch so plötzlich wie die Beißphase begonnen hatte war sie auch wieder vorbei. Mit dem Ergebnis konnten wir jedoch den ersten Tag hoch zufrieden und glücklich beenden.

Am Abend, wie auch an den folgenden Abenden, wurde dann erst einmal in der alten Schule in Schaprode fürstlich gespeist und Pläne für den folgenden Tag geschmiedet. Aufgrund der Wettervorhersage entschloss sich eine Bootsbesatzung den Ritt auf die Ostsee zu wagen und den Lachsen nachzustellen. Leider ließ sich jedoch kein Lachs zum Anbiss verleiten, aber sie haben es versucht. Auf der Rücktour wurde dann noch ein kurzer Zwischenstopp vor Hiddensee eingelegt um noch ein paar von den leckeren Dorschen zu erbeuten, wovon nun einige ihr Dasein als Filets in der Kühltruhe fristen und auf ihre Verspeisung warten.

 

Der Rest des Angeltages, sowie der dritte Tag, wurden wieder mit der Hechtjagd verbracht aber die Boddenhechte zeigten sich mal wieder von ihrer launischen Seite, so dass bis auf ein paar „Luftpumpen“ keine größeren Hechte mehr gefangen wurden. Leider ging dann aber doch noch ein Meter + kurz vor dem Boot verloren, aber den holen wir uns nächstes Mal. Hand drauf!

Nun denn, getreu dem Motto: Jeder Tag ist ein Angeltag, aber nicht jeder Tag ist ein Fangtag“ packten wir am Samstag unsere Sachen und fuhren Richtung Heimat.

Tolles Wetter, gutes Essen, traumhafte Natur, viel Spaß und viele Stunden mit Freunden auf dem Wasser; Anglerherz was willst du mehr?

Zu guter letzt sei mir noch ein Wort in eigener Sache gestattet: Als zuletzt aufgenommenes Mitglied im Team „Angeln Ostfriesland“ möchte ich mich an dieser Stelle noch mal bei Euch bedanken. Was ich in den letzten Jahren vor allem über das Angeln auf Raubfisch gelernt habe, waren für mich Quantensprünge. Ich gebe zu: „ Ich bin süchtig, süchtig nach Tuck!“

Vielen Dank und Petri Heil

Jan-Freerk