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Ebro-Feeling im ostfriesischen Flachland

Bericht von Arno de Freese von angeln-ostfriesland.de

Ich konnte mich an diesem Tag eigentlich gar nicht richtig aufraffen um mit meinem Freund Frank angeln zu gehen. Ich hatte am Abend vorher etwas gefeiert und so gaben sich bei mir Kopfschmerz und Übelkeit abwechselnd die Klinke in die Hand.

Aber wer Frank kennt, der weiß um seine Überredungskünste:

„Nun komm, wir müssen eh noch bei unserem See vorbeischauen und dann können wir auch noch schnell ein Paar Würfe mit der Spinnrute in der nahegelegenen Terwischer Schleife machen“!

Okay, ich zog meine Stiefel an, packte mein Equipment in sein Auto und los gings.

In Terwisch angekommen montierte Frank einen 13 cm langen Blau-Weißen Gummifisch und ich entschied mich für einen kleinen Kopyto im Barschdesign.

Unser eigentliches Vorhaben galt also eher den Zandern, Hechten und Barschen. Wir wußten natürlich, daß es in diesem Altarm auch Welse gibt, aber gefangen wurden sie hier eher selten. Im letzten Jahr wurde ein Ausnahmewels von 22,6 kg gefangen. Dieser Fisch wurde auch der Fisch des Jahres vom Angelverein „Altes Amt Stickhausen“, zu dem das Gewässer gehört.

Wir zupften also in gewohnter Manier die jeweils andere Seite des Gewässers ab und hoften auf Erfolg . Es wurden nach wenigen Würfen Platzwechsel vorgenommen.

 

Doch was nun passierte werden Frank und ich wohl nie wieder vergessen. Wir wollten wiedereinmal den Standort wechseln, als Frank meinte noch einen Wurf machen zu müssen und dazu noch frech sagte ,“Da hol ich jetzt noch einen weg“. Zweimal gezupft, Schnur stramm, Anschlag und nun folgte ein hammerharter Drill der sich an Franks Shimano Technium mit 40 gramm Wurfgewicht wirklich lange hinzog. Uns war sofort klar, daß so ein Tempo kein Hecht oder Zander vorlegt. Das mußte ein Wels sein. Auch Franks Rolle spielte ein Lied bei dem man eine Gänsehaut bekam, aber die 14er Fireline hielt.

Es dauerte fast 12 Minuten bis wir das erste Mal nur das Stahlvorfach zu sehen bekamen und 1,5 Meter dahinter der riesige Schwall der Schwanzflosse hochkam. Nach weiteren 15 Minuten bangen, zittern und Schnurgeben, kam das erste mal der mächtige Schädel an das steile Ufer. Ich sprang sofort die ca 1,10 m hohe Steilkante herab und landete im 20 cm tiefen Wasser. Ein beherzter Griff ( Wallergriff) in das wohl größte Maul in das ich je gesehen hatte und ich sagte mir, jetzt nur schnell wieder die Kante hoch. Frank zog an meinem linken Arm und der Wels an meinem rechten Arm.

Mit einem lauten Schrei wuchteten wir den Fisch ins nasse Gras. Wir konnten kaum glauben was da nun vor uns lag. Mit lautem lachen umarmten Frank und ich uns.

1,62 meter und 29 kg Wels mußten nach kurzer Verschnaufpause nun zum Auto gebracht werden. Leider stand dieses 300 Meter entfernt . Abwechselnd schleppten wir das Monster über Gräben und Wiesen zum Wagen.

Auf dem Rückweg informierten wir erstmal alle Freunde und Angelkameraden. Zuhause angekommen erwartete uns ein riesiges Empfangskommitee. Am folgenden Tag besuchte uns noch die hiesige Zeitung da solch ein Fisch meines Wissens nach in Ostfriesland noch nicht gefangen wurde.

Die nächste Überraschung folgte beim Ausnehmen des Fisches. Dieser Wels hatte kurz zuvor einen ausgewachsenen Kormoran verschlungen.

   

Der Schädel des großen Räubers soll bald die Wand einer Angelhütte schmücken.

Ich werde in Zukunft etwas mehr Abstand von den kleinen Gummiködern nehmen und jetzt sicherlich gerade in Terwisch mit großen Ködern auf Großwildjagd gehen.

Wir wünschen euch viel Petri Heil und hoffen das euch eine Begegnung mit einem „Riesen“ nicht erspart bleibt.

 

Alles Gute wünschen

Arno de Freese und Frank Fittje von angeln-ostfriesland.de