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Am Tag der Deutschen Einheit!

Der Feiertag am letzten Montag sollte für eine längere Angeltour nach Holland genutzt werden. Somit starteten wir vom Team Angeln-Ostfriesland am Sonntag Mittag und wollten bis zum Montag Nachmittag unser Glück versuchen. Ich fischte mit Gerrit in einem Boot, Frank und Arno stellten das zweite Team dar. Wir trafen gegen 13 Uhr am Gewässer ein, slippten unsere Boote und los ging es!

Bis zum späten Nachmittag schleppten wir in den Kanälen und warfen vom verankerten Boot unsere Gummifische in die Fluten. Doch die Zander und Hechte ließen auf sich warten. Ich bereute zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ich am Samstag lautstark behauptete:“ Wir brauchen nur eine gute Ladung Bratkartoffeln mitzunehmen, einen Zander fang ich immer!“. Doch die ganze Sache schien bei der riesigen Wasserfläche, die wir vor uns hatten, nicht so einfach zu sein. Wir hatten das Gewässer schon des öfteren beangelt, da es allerdings extrem groß ist, kann man auch leider sehr leicht am Fisch vorbeiangeln. Im richtigen Moment fiel uns dann noch das ausgespülte Loch von über 9 Metern Tiefe ein. Dieses Loch befindet sich in einem relativ flachen Kanal, der aufgrund eines Wehres manchmal eine sehr starke Strömung aufweist. Wir düsten also hin, und versuchten unser Glück mit Gummifisch.

Schon nach wenigen Würfen war ein deutliches „Dock“ in der Rute zu spüren. Anhieb, der Fisch saß! Ich gebe zu, dass ich ziemlich nervös war, schließlich war das möglicherweise die einzige Chance auf Bratkartoffeln mit Zanderfilet. Die Landung glückte, das Abendessen war gesichert. Auch Arno legte direkt nach, der erste Fisch mit guten 5 Pfund reichte aber, so dass Arno ihn nach einem Foto in sein Element entließ. An dieser Stelle tat sich dann zu unserem Erstaunen nichts mehr. Wir wechselten zu einer Schleuse um es dort noch einmal mit Gummi zu versuchen. Auch wenn wir einige Bisse hatten, konnte kein Zander mehr verhaftet werden. Also suchten wir uns für die Nacht einen Platz für unser Zelt und errichteten unser kleines Camp. Die Wahl fiel auf den Kanal mit dem tiefen Loch. Hier vermuteten wir alle noch den einen oder anderen Raubfisch. Als wir alles aufgebaut hatten wurde erst einmal ausgiebig gekocht. Was gab es? Natürlich frisches Zanderfilet an Bratkartoffeln, dazu ein kühles Bier! Was gibt es besseres?!

Kurz nach dem Essen befischten wir noch das Loch vom Ufer aus. Nach kurzer Zeit ließ sich dann doch noch ein Zander zum Tanz auffordern. Im letzten Licht des Tages landeten wir einen guten 10 Pfünder, der nach einem Foto zurück ins Wasser dufte. Wir waren bis zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden, wohl auch, weil der ganze nächste Tag voller Erwartungen vor uns lag.

Doch dann kam der nächste Biß! Dieser Fisch lieferte schon eher einen Rock’n’Roll als einen langsamen Walzer ab. Nach wilden Fluchten landete Frank per Handlandung meinen Super-Zander von 17 Pfund. Wir waren überglücklich und konnten mit der Hoffnung auf tolle Träume gut einschlafen.

 

Am Montag Morgen ging es dann nach einem Kaffee gegen 9 Uhr wieder los. Wir verstauten alles Unnötige im Auto und stachen in See. Frank und Arno wollten an diesem Tag ausschließlich mit Gummifischen vom verankerten oder driftenden Boot fischen. Gerrit und ich waren uns sicher, dass wir wohl mit großen geschleppten Wobblern eine gute Chance hätten. Gegen elf waren wir allerdings immer noch Schneider. Ein Telefonat bestätigte hingegen die Technik von Frank und Arno. Sie hatten bereits 6 Zander und 8 Barsche. Alle Barsche fingen sie auf gewöhnliche Gummifische von 12 cm Länge, allein daran kann man sehen, was für Klopper-Barsche dabei waren.

   
   
 

Gerrit und ich ließen uns nicht beirren. Um ca. 13 Uhr hatten wir dann allerdings die Nase voll. Wir wollten uns um 14 Uhr beim Auto treffen, somit blieb uns eine Stunde, um unser Glück ebenfalls mit Gummi zu versuchen. Die dritte Stelle traf dann doch noch ins Schwarze. Gleich der zweite Wurf brachte einen schönen Zander zum Vorschein, gleich einige Würfe später, war die Rute erneut krumm. Dieser Fisch war wieder einer der besseren, löste sich leider nach kurzen Drill. Und dann geschah noch etwas wirklich seltenes. Ich hatte einen Biß, spürte allerdings nur einen starken Widerstand, der sich langsam ans Boot ziehen ließ. Kurz darauf begann ein harter Drill. Gerrit und ich starrten ins Wasser, um den Kontrahenten endlich zu sehen. Und was wir sahen, brachte uns zum Grölen. Ich hatte einen Hecht von ca. 20 Pfund im Drill, der wiederum einen Hecht von gut 2 Pfund quer im Maul hatte. Im Laufe des Drills konnte ich allerdings sehen, dass der Gummifisch im Maulwinkel des großen Hechts saß. Also wie auch immer, der Hecht schien großen Hunger gehabt zu haben. Der Versuch, während des Drills ein brauchbares Bild von diesem Schauspiel zu machen, schlug leider fehl. Ebenfalls stieg der Hecht aus. Nach diesem Drill mussten wir dann auch leider aufbrechen.

Bei den Autos erzählten wir unter Gelächter unsere tollen Erlebnisse, denn auch Frank und Arno hatten einiges zu berichten. Sie fingen viele schöne Zander bis sechs und Barsche bis 2,5 Pfund. Dabei wäre lobend zu erwähnen, dass die beiden auf einer riesigen Wasserfläche wiedereinmal das richtige Gespür für die Standorte der Raubfische hatten.

Somit ging ein toller Angeltag an dem Tag zu Ende, an dem vor 16 Jahren so viel begann.

Die nächste Tour ist bereits geplant…

Viele Grüße, Ralf

Team Angeln-Ostfriesland

P.S. Bis auf den Abendbrot Zander, wurde selbstverständlich jeder Fisch sorgsam zurückgesetzt.